Du schleifst den alten Lack ab – aber das Schleifpapier ist nach Minuten komplett verklebt

Du schleifst den alten Lack ab – aber das Schleifpapier ist nach Minuten komplett verklebt
Eigentlich sollte nur der alte Lack runter.
Du setzt den Schleifer an und zunächst funktioniert alles wunderbar.
Ein paar Minuten später passiert plötzlich kaum noch etwas.
Du schaust auf das Schleifpapier und siehst statt der Schleifkörner eine glatte, klebrige Schicht. Also neue Scheibe drauf.
Und kurz darauf sieht die genauso aus.
Wenn Schleifpapier beim Entfernen von Lack sehr schnell verklebt, ist nicht automatisch schlechtes Schleifpapier schuld. Häufig wird die alte Beschichtung beim Schleifen warm, weich und schmierig – und setzt anschließend die Zwischenräume der Schleifkörner zu.
Einfach mit noch mehr Druck weiterzuschleifen macht es meistens schlimmer.
Warum verklebt Lack überhaupt das Schleifpapier?
Beim Schleifen entsteht Reibung.
Und Reibung erzeugt Wärme.
Bei unbehandeltem Holz entsteht dabei hauptsächlich feiner Holzstaub. Bei einer alten Lack-, Farb- oder Beschichtungsschicht kann etwas anderes passieren:
Die Oberfläche wird warm und beginnt weich zu werden.
Statt als trockener Schleifstaub abgetragen zu werden, bildet der Lack kleine weiche Partikel. Diese setzen sich zwischen die Schleifkörner.
Irgendwann ist von der eigentlichen Schleiffläche kaum noch etwas frei.
Der Schleifer läuft weiter – aber er schleift kaum noch.
Woran erkenne ich zugesetztes Schleifpapier?
Das sieht meistens ziemlich eindeutig aus.
Zwischen den Schleifkörnern befinden sich glatte oder klumpige Ablagerungen. Teilweise entstehen richtige kleine Lackwürstchen auf dem Schleifpapier.
Gleichzeitig merkst du beim Arbeiten:
Der Abtrag wird deutlich geringer.
Die Oberfläche und das Schleifpapier werden wärmer.
Und du brauchst scheinbar immer mehr Druck, damit überhaupt noch etwas passiert.
Genau dann solltest du nicht stärker drücken, sondern aufhören und nach der Ursache suchen.
Warum macht stärkeres Drücken alles noch schlimmer?
Das ist der typische Reflex.
Der Schleifer trägt kaum noch Material ab, also drückt man stärker darauf.
Dadurch steigt allerdings die Reibung.
Mehr Reibung bedeutet mehr Wärme.
Der Lack wird noch weicher.
Das Schleifpapier setzt sich noch schneller zu.
Und plötzlich wechselst du alle paar Minuten die Schleifscheibe.
Aus unserer Praxis beim Toolbox24 Werkzeugverleih in Wien kennen wir dieses Prinzip von vielen Elektrowerkzeugen: Wenn der gewünschte Fortschritt ausbleibt, wird intuitiv mehr Kraft eingesetzt.
Beim Schleifen ist das häufig genau die falsche Reaktion.
Ein Exzenterschleifer sollte nicht mit dem gesamten Körpergewicht auf das Werkstück gedrückt werden.
Lass die Maschine arbeiten.
Welche Körnung eignet sich zum Entfernen von altem Lack?
Wenn eine dicke alte Beschichtung vollständig entfernt werden soll, ist sehr feines Schleifpapier normalerweise kein sinnvoller Anfang.
Eine feinere Körnung trägt weniger Material ab.
Dadurch bleibt man länger an derselben Stelle und erzeugt möglicherweise zusätzliche Wärme.
Für den groben Abtrag beginnt man deshalb häufig mit einer gröberen Körnung und arbeitet sich anschließend schrittweise zu feineren Körnungen vor.
Welche Körnung sinnvoll ist, hängt allerdings von Oberfläche, Beschichtung und gewünschtem Ergebnis ab.
Bei empfindlichem Furnier beispielsweise kann eine sehr grobe Körnung schnell mehr entfernen als nur den Lack.
Nicht jede alte Holzoberfläche verträgt aggressives Schleifen.
Hilft eine gute Staubabsaugung?

Ja.
Eine funktionierende Absaugung entfernt nicht nur Staub aus dem Arbeitsbereich.
Sie hilft auch dabei, abgetragenes Material von der Schleiffläche wegzubekommen.
Dafür müssen allerdings die Löcher im Schleifpapier zu den Absaugöffnungen des Schleiftellers passen.
Sind die Löcher falsch positioniert oder komplett zugesetzt, funktioniert die Absaugung deutlich schlechter.
Deshalb beim Aufsetzen einer neuen Schleifscheibe kurz kontrollieren, ob sie richtig sitzt.
Muss ich das Schleifpapier sofort wegwerfen, wenn es zugesetzt ist?
Nicht unbedingt.
Bei trockenem Schleifstaub können sich Schleifmittel teilweise reinigen lassen.
Ist die Scheibe allerdings stark mit weichem oder verschmiertem Lack zugesetzt, bekommt man sie häufig nicht mehr vernünftig frei.
Und spätestens wenn die Schleifkörner selbst stumpf sind, bringt Reinigen ohnehin wenig.
Dann ist eine neue Scheibe sinnvoller.
Aber:
Wenn auch die nächste Scheibe nach wenigen Minuten wieder genauso aussieht, solltest du nicht einfach die dritte, vierte und fünfte montieren.
Dann liegt das Problem wahrscheinlich an deiner Arbeitsweise oder an der Beschichtung.
Kann die Drehzahl zu hoch sein?
Auch die Geschwindigkeit kann Einfluss auf die Wärmeentwicklung haben.
Je nach Schleifmaschine, Schleifmittel und Oberfläche kann es deshalb sinnvoll sein, nicht automatisch mit maximaler Drehzahl zu arbeiten.
Entscheidend ist das Ergebnis:
Entsteht sauberer trockener Schleifstaub und funktioniert der Abtrag gut?
Oder beginnt die Beschichtung schnell zu schmieren?
Im zweiten Fall lohnt es sich, Arbeitsweise, Druck und gegebenenfalls Drehzahl zu verändern.
Was mache ich, wenn der Lack beim Schleifen immer wieder weich wird?
Dann würde ich nicht versuchen, das Problem mit einem Berg Schleifpapier zu besiegen.
Mach eine Pause und lass Oberfläche und Schleifmittel abkühlen.
Arbeite anschließend abschnittsweise und vermeide es, lange mit hohem Druck auf derselben Stelle zu bleiben.
Wenn die Beschichtung trotzdem immer wieder sofort schmiert, stellt sich eine andere Frage:
Ist Schleifen für diese Beschichtung überhaupt die beste Methode?
Muss alter Lack immer abgeschliffen werden?
Nein.
Und genau das kann einem viel Arbeit ersparen.
Je nach Beschichtung und Werkstück kommen auch andere Verfahren infrage, beispielsweise ein geeigneter Abbeizer oder – bei dafür geeigneten Oberflächen und Beschichtungen – das Erwärmen und mechanische Ablösen.
Diese Methoden haben allerdings jeweils eigene Vor- und Nachteile.
Bei Hitze muss beispielsweise berücksichtigt werden, was sich unter und neben der Beschichtung befindet. Bei unbekannten alten Lacken ist außerdem Vorsicht angebracht, weil historische Beschichtungen problematische Stoffe enthalten können.
Bei sehr alten oder unbekannten Farbschichten würde ich deshalb nicht einfach drauflosschleifen.
Vorsicht bei sehr alten Lacken
Gerade bei alten Türen, Fensterrahmen und Möbeln weiß man häufig nicht, welche Beschichtungen irgendwann einmal verwendet wurden.
Beim Schleifen entsteht feiner Staub, der eingeatmet werden kann und sich im Raum verteilt.
Deshalb gehören vernünftige Staubabsaugung und geeigneter Atemschutz ohnehin zum Schleifen.
Bei unbekannten sehr alten Beschichtungen kann es sinnvoll sein, zunächst zu klären, womit man es zu tun hat, bevor großflächig geschliffen wird.
Das gilt besonders bei Renovierungen in älteren Gebäuden.
Warum sieht das Holz nach dem groben Abschleifen noch nicht schön aus?
Weil der erste Schleifgang eine andere Aufgabe hat.
Eine grobe Körnung soll zunächst Material abtragen.
Sie hinterlässt entsprechend deutlichere Schleifspuren.
Danach wird mit feineren Körnungen weitergearbeitet, um diese Spuren schrittweise zu reduzieren und die Oberfläche für die weitere Behandlung vorzubereiten.
Direkt von sehr grob auf sehr fein zu springen, spart deshalb nicht unbedingt Zeit.
Die tiefen Schleifspuren der groben Körnung müssen anschließend mühsam wieder entfernt werden.
Und wenn plötzlich dunkle Kreise oder Schleifspuren entstehen?
Dann solltest du ebenfalls stoppen.
Ein Exzenterschleifer kann sichtbare Schleifspuren hinterlassen, wenn beispielsweise zu viel Druck ausgeübt wird, das Schleifmittel beschädigt oder zugesetzt ist oder die Maschine ungünstig geführt wird.
Genau deshalb lohnt es sich, die Schleifscheibe während der Arbeit immer wieder kurz anzusehen.
Sie verrät ziemlich viel darüber, was gerade auf deiner Oberfläche passiert.
In unserem Artikel „Warum Schleifpapier viel schneller verschleißt, als es sollte“ erklären wir außerdem, welche anderen Ursachen hinter ungewöhnlich schnellem Schleifpapierverbrauch stecken können.
Nicht jede Oberfläche sollte komplett bis aufs rohe Holz
Das wird bei Renovierungen gerne unterschätzt.
Wenn eine alte Oberfläche anschließend ohnehin wieder lackiert werden soll, muss nicht zwangsläufig jeder Quadratmillimeter der alten Beschichtung bis zum blanken Holz verschwinden.
Je nach Zustand und geplantem Beschichtungssystem kann es ausreichend sein, eine tragfähige Oberfläche sauber vorzubereiten und anzuschleifen.
Das hängt allerdings vom vorhandenen Lack und vom neuen Beschichtungssystem ab.
Vorher prüfen spart hier unter Umständen Stunden Schleifarbeit.
Schleifmaschine in Wien mieten
Wer nur eine Tür, einen Tisch oder ein anderes Renovierungsprojekt abschleifen möchte, braucht dafür nicht unbedingt einen eigenen Schleifer.
Bei Toolbox24 kannst du einen Makita Exzenterschleifer und weiteres Werkzeug in Wien mieten.
An unseren mehreren Toolbox24-Standorten können die Geräte online reserviert und rund um die Uhr abgeholt und zurückgebracht werden.
Gerade bei solchen Projekten ist das praktisch: Statt für eine einmalige Renovierung eine Maschine zu kaufen, mietest du das passende Werkzeug für die Zeit, in der du es tatsächlich brauchst.
Häufige Fragen
Warum verklebt mein Schleifpapier beim Lackabschleifen?
Die Beschichtung kann durch die beim Schleifen entstehende Wärme weich werden. Statt trockenen Schleifstaub zu bilden, setzt sich das Material dann zwischen den Schleifkörnern fest.
Sollte ich stärker drücken, wenn der Lack nicht abgeht?
Nein. Mehr Druck kann zusätzliche Reibung und Wärme erzeugen und das Zusetzen des Schleifpapiers sogar beschleunigen.
Welche Körnung brauche ich zum Lackabschleifen?
Für starken Materialabtrag wird normalerweise gröber begonnen und anschließend schrittweise feiner geschliffen. Die konkrete Körnung hängt aber von Beschichtung und Untergrund ab.
Warum setzt sich jede neue Schleifscheibe sofort wieder zu?
Dann liegt die Ursache wahrscheinlich nicht an einer einzelnen Schleifscheibe. Zu viel Druck, Wärme, eine ungeeignete Körnung oder eine beim Schleifen weich werdende Beschichtung kommen infrage.
Muss alter Lack immer komplett abgeschliffen werden?
Nein. Je nach Zustand, vorhandenem Lack und geplanter neuer Beschichtung kann eine andere Vorbereitung ausreichen. Bei manchen Beschichtungen kommen außerdem andere Entfernungsmethoden infrage.
Wo kann ich einen Exzenterschleifer in Wien mieten?
Bei Toolbox24 kannst du Schleifgeräte und weiteres Werkzeug online reservieren und rund um die Uhr an mehreren Standorten in Wien abholen.



