Ein kleines Insektenhotel mit Kindern bauen – und beobachten, wer einzieht

Ein kleines Insektenhotel mit Kindern bauen – und beobachten, wer einzieht
Ein Insektenhotel ist für Kinder ein ziemlich besonderes Bauprojekt.
Denn wenn es fertig ist, passiert möglicherweise erst einmal:
gar nichts.
Und dann, irgendwann, ist plötzlich eines der kleinen Löcher verschlossen.
Später vielleicht noch eines.
Und noch eines.
Wer ist da eingezogen?
Genau das macht die Sache spannend. Wir bauen diesmal nicht nur etwas, sondern schaffen einen Ort, den wir anschließend über Wochen und Monate beobachten können.
Allerdings sollten wir vorher wissen, für wen wir eigentlich bauen.
Was soll in unserem Insektenhotel wohnen?
Der Begriff „Insektenhotel“ ist etwas irreführend.
Wir bauen keine Unterkunft, in der beliebige Insekten übernachten.
Unsere kleine Nisthilfe richtet sich vor allem an hohlraumnistende Wildbienen.
Deshalb stopfen wir sie nicht mit Tannenzapfen, Holzwolle und irgendwelchen dekorativen Materialien voll.
Wir verwenden stattdessen hauptsächlich saubere hohle Pflanzenstängel, beispielsweise geeignete Bambusröhrchen.
Das macht die Konstruktion sogar einfacher.
So sieht unser Insektenhotel aus
Wir bauen einen kleinen offenen Holzkasten mit Rückwand und einem leicht überstehenden Dach.
Ungefähr:
30 cm hoch × 25 cm breit × 15 cm tief.
Der Innenraum wird mit unterschiedlich großen hohlen Bambusröhrchen gefüllt.
Wichtig ist dabei weniger, ob das Häuschen besonders hübsch aussieht.
Viel wichtiger sind saubere, glatte Öffnungen.
Ausgefranste oder gesplitterte Eingänge können die empfindlichen Flügel der Tiere verletzen.
Alter
Etwa ab 6 Jahren gemeinsam mit einem Erwachsenen
Dauer
Etwa 2–3 Stunden
Schwierigkeit
Einfach
Was brauchen wir?

Für den Holzkasten:
- Rückwand: etwa 30 × 25 cm
- 2 Seitenteile: etwa 30 × 15 cm
- Boden: etwa 25 × 15 cm
- Dach: etwa 29 × 18 cm
- geeignete Schrauben
- etwas Holzleim
Für die Niströhren:
- trockene Bambusstücke oder geeignete hohle Pflanzenstängel
- unterschiedliche Innendurchmesser
- Schleifpapier
Außerdem brauchen wir eine Möglichkeit, die Nisthilfe später stabil zu befestigen.
Welches Werkzeug brauchen wir?
Hilfreich sind:
Makita Akku-Stichsäge, Makita Akkubohrschrauber, Holzbohrer, Schraubzwingen, Winkel, Maßband, Bleistift und Schleifpapier.
Schritt 1: Wir bauen zuerst das Haus
Die einzelnen Holzteile werden ausgemessen und angezeichnet.
Das Kind kann dabei wieder sehr viel übernehmen.
Wo sind 25 Zentimeter?
Welche Seite wird 30 Zentimeter lang?
Welche beiden Bretter müssen exakt gleich sein?
Anschließend werden die Teile sicher eingespannt und vom Erwachsenen zugesägt.
Danach sämtliche Schnittkanten sorgfältig schleifen.
Schritt 2: Erst einmal ohne Schrauben aufstellen
Rückwand hinlegen.
Seitenteile daneben.
Boden darunter.
Dach oben drauf.
Passt alles?
Das Dach sollte vorne etwas überstehen. Dadurch sind die späteren Niströhren ein wenig besser vor direktem Regen geschützt.
Wenn alles zusammenpasst, markieren wir die Schraubenpositionen.
Schritt 3: Vorbohren und zusammenschrauben

Wie bei unserer Schatz- und Werkzeugkiste bohren wir die Schraubenlöcher vor.
Gerade nahe an den Brettkanten reduziert das die Gefahr, dass das Holz beim Verschrauben aufreißt.
Dann werden Boden, Seiten und Rückwand miteinander verbunden.
Zum Schluss kommt das Dach.
Jetzt haben wir ein kleines Holzhaus.
Aber noch kein Insektenhotel.
Schritt 4: Jetzt kommen die Bambusröhrchen
Das ist der interessanteste Teil.
Die Röhrchen werden auf eine Länge zugeschnitten, die ungefähr zur Tiefe unseres Kastens passt.
Dabei sollte jedes Röhrchen hinten geschlossen sein.
Bei Bambus kann dafür beispielsweise ein natürlicher Knoten genutzt werden.
Vorne bleibt die Röhre offen.
Damit entstehen kleine Gänge, die von geeigneten Wildbienen als Nistplatz genutzt werden können.
Warum nehmen wir unterschiedliche Größen?
Nicht jede Wildbienenart benötigt denselben Durchmesser.
Deshalb verwenden wir nicht ausschließlich identische Röhren.
Verschiedene geeignete Innendurchmesser machen die Nisthilfe für unterschiedliche Arten interessant.
Aber:
Größer ist nicht automatisch besser.
Wir bauen keine riesigen Löcher.
Schritt 5: Jetzt kommt eine Arbeit, die langweilig aussieht – aber wichtig ist
Schaut euch die Öffnung jedes Röhrchens genau an.
Ist sie glatt?
Oder stehen Fasern und Splitter hinein?
Raue Öffnungen werden vorsichtig nachbearbeitet.
Das ist übrigens ein Arbeitsschritt, den Kinder sehr gut übernehmen können.
Und dabei lässt sich wunderbar erklären, warum wir das überhaupt machen:
Eine Wildbiene krabbelt immer wieder durch diesen Eingang.
Der Eingang soll deshalb möglichst sauber sein.
Schritt 6: Die Röhrchen kommen ins Haus
Jetzt werden die vorbereiteten Bambusröhrchen dicht nebeneinander in den Holzkasten eingesetzt.
Große neben kleinen.
Dicke neben dünnen.
Dabei sollen sie so befestigt werden, dass später nicht einzelne Röhren herausfallen.
Am Ende sieht die Vorderseite aus wie eine Sammlung vieler kleiner Tunnel.
Und jetzt ist unser Insektenhotel tatsächlich fertig.
Fast.
Denn der Standort entscheidet mit darüber, ob es überhaupt angenommen wird.
Schritt 7: Wo hängen wir das Insektenhotel auf?

Nicht irgendwo in eine dunkle, feuchte Ecke.
Für eine Wildbienen-Nisthilfe eignet sich ein sonniger, möglichst wettergeschützter Standort.
Die Öffnungen sollten nicht ständig dem Regen ausgesetzt sein.
Außerdem muss das Häuschen stabil befestigt werden.
Es sollte nicht bei jedem Windstoß hin- und herschaukeln.
Ein Balkon kann dafür genauso interessant sein wie ein Garten – vorausgesetzt, Standort und Umgebung passen.
Müssen wir das Insektenhotel im Winter hineinholen?
Nein.
Wenn tatsächlich Tiere darin nisten, wäre genau das sogar kontraproduktiv.
Die Nisthilfe bleibt draußen.
Auch verschlossene Röhrchen werden nicht geöffnet, gereinigt oder untersucht.
Wir beobachten von außen.
Das ist vielleicht die schwierigste Aufgabe für neugierige Kinder:
Nicht nachschauen, was drin ist.
Warum ist plötzlich ein Loch zugemauert?
Jetzt wird es spannend.
Bei manchen Wildbienenarten verschließt das Weibchen den Eingang des belegten Nistgangs.
Wenn eines unserer vorher offenen Röhrchen plötzlich verschlossen ist, kann das also ein Hinweis darauf sein, dass es genutzt wurde.
Nicht aufmachen.
Nicht hineinbohren.
Nicht mit einem Stäbchen prüfen.
Einfach beobachten.
Vielleicht ist im nächsten Jahr plötzlich wieder ein Loch offen.
Und warum kommt trotzdem niemand?
Auch das kann passieren.
Eine Nisthilfe ist keine Garantie dafür, dass Wildbienen einziehen.
Der Standort kann ungeeignet sein.
Die Röhren können nicht passen.
Oder in der Umgebung fehlen ausreichend Nahrungspflanzen.
Das ist sogar ein guter Anlass für die nächste Frage mit Kindern:
Was brauchen Wildbienen außer einem Loch zum Nisten eigentlich noch?
Blüten.
Und zwar möglichst über einen längeren Zeitraum.
Das kleine Holzhaus allein macht deshalb noch keinen insektenfreundlichen Garten oder Balkon.
Was können Kinder selbst machen?
Messen und anzeichnen.
Die Holzteile sortieren.
Kanten schleifen.
Bambusröhrchen auswählen und kontrollieren.
Die Röhren in den fertigen Kasten einsetzen.
Und später regelmäßig schauen, ob sich etwas verändert hat.
Bei jüngeren Kindern übernimmt der Erwachsene wieder die Arbeiten mit Stichsäge und Bohrmaschine.
Damit haben wir diesmal außerdem ein Projekt, das nach dem Bautag noch monatelang weitergeht.
Werkzeug für das Projekt in Wien mieten
Für ein kleines Insektenhotel braucht ihr keine eigene Werkstatt.
Bei Toolbox24 kannst du Werkzeug in Wien mieten und für euer gemeinsames Projekt reservieren.
Die gebuchten Geräte können an unseren mehreren Wiener Standorten rund um die Uhr abgeholt und nach dem Projekt wieder zurückgebracht werden.
Und wenn das Insektenhotel hängt, könnt ihr euch an das nächste Projekt machen.
Häufige Fragen
Welche Füllung gehört in ein Insektenhotel?
Für unsere Wildbienen-Nisthilfe verwenden wir geeignete hohle Pflanzenstängel beziehungsweise Bambusröhrchen mit sauberen Öffnungen. Eine Mischung aus dekorativen Materialien ist nicht automatisch sinnvoll.
Warum müssen die Röhren hinten geschlossen sein?
Hohlraumnistende Wildbienen nutzen Gänge, die hinten abgeschlossen sind. Bei Bambus kann dafür beispielsweise ein natürlicher Knoten dienen.
Wo sollte das Insektenhotel hängen?
An einem sonnigen, möglichst wettergeschützten Platz und stabil befestigt. Die offenen Niströhren sollten nicht dauerhaft direktem Regen ausgesetzt sein.
Muss ein Insektenhotel im Winter ins Haus?
Nein. Eine belegte Nisthilfe bleibt draußen und sollte nicht geöffnet oder ins warme Wohnzimmer gebracht werden.
Kann ich ein Insektenhotel auf dem Balkon aufstellen?
Grundsätzlich ja. Entscheidend sind unter anderem Standort, Wetterschutz und das Nahrungsangebot für Wildbienen in der Umgebung.




