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Eine Schatzkiste aus Holz bauen – für alles, was niemand finden soll

Schatzkiste bauen

Eine Schatzkiste aus Holz bauen – für alles, was niemand finden soll

Eine Schatzkiste braucht eigentlich nicht viel.

Vier Seiten. Einen Boden. Einen Deckel.

Aber sobald der Deckel sich wirklich öffnen soll, die Kiste nicht wackeln darf und die Ecken halbwegs ordentlich zusammenpassen sollen, wird daraus ein richtiges kleines Holzprojekt.

Und das Schöne daran:

Das Kind entscheidet am Ende selbst, was aus der Holzkiste wird.

Piratenkiste? Geheimfach für besondere Fundstücke? Aufbewahrung für Sammelkarten? Muschelkiste aus dem Urlaub?

Wir bauen zunächst nur eine stabile kleine Kiste mit Klappdeckel. Was daraus wird, kommt später.

Unsere Schatzkiste

Wir machen die Konstruktion absichtlich nicht kompliziert.

Die Kiste wird ungefähr:

30 cm lang × 20 cm breit × 16 cm hoch.

Der Deckel ist bei unserer Variante flach.

Ein gewölbter Piratentruhen-Deckel sieht zwar spektakulärer aus, würde die Konstruktion aber erheblich komplizierter machen. Für ein gemeinsames Kinderprojekt ist ein sauber funktionierender Klappdeckel interessanter als zwölf kleine Holzleisten, die irgendwie einen Bogen ergeben sollen.

Hinten bekommt der Deckel zwei kleine Scharniere.

Vorne kommt ein einfacher Holzgriff bzw. Knauf zum Öffnen.

Alter

Etwa ab 6 Jahren gemeinsam mit einem Erwachsenen

Dauer

Etwa 2–3 Stunden, Gestaltung und Trocknungszeit nicht eingerechnet.

Schwierigkeit

Einfach


Das Material

Für unsere Kiste verwenden wir etwa 12 mm starkes Leimholz.

Wir brauchen:

  • Boden: 30 × 20 cm
  • 2 lange Seiten: 30 × 14 cm
  • 2 kurze Seiten: ca. 17,6 × 14 cm
  • Deckel: ca. 31 × 21 cm
  • 2 kleine Scharniere
  • passende kurze Holzschrauben
  • Holzleim
  • einen kleinen Holzknauf oder Griff
  • Schleifpapier, etwa Körnung 120 und 180

Warum sind die kurzen Seiten nicht ebenfalls 20 cm breit?

Weil sie zwischen den beiden langen Seiten sitzen.

Bei 12 mm Materialstärke müssen wir deshalb zweimal 12 mm abziehen:

20 cm − 2,4 cm = 17,6 cm.

Und schon haben wir mitten im Kinderprojekt ein kleines Stück praktische Mathematik.

Werkzeug

Für dieses Projekt brauchen wir vor allem:

Makita Akku-Stichsäge, Makita Akkubohrschrauber, Holzbohrer, Schraubzwingen, Winkel, Maßband, Bleistift und Schleifpapier.


Schritt 1: Erst kontrollieren wir unsere Maße

Alle Teile werden auf dem Holz angezeichnet.

Hier kann das Kind sehr gut mitarbeiten.

30 Zentimeter abmessen.

Markierung setzen.

Mit dem Winkel eine gerade Linie ziehen.

Und dann kontrollieren wir gemeinsam.

Gerade bei einer Kiste merkt man nämlich ziemlich schnell, wenn ein Brett fünf Millimeter länger ist als das andere.

Bevor gesägt wird, legen wir deshalb die Teile gedanklich einmal zusammen:

Wo ist vorne? Wo sind die Seiten? Und welches Brett wird eigentlich der Boden?


Schritt 2: Die Bretter zusägen
Schatzkiste sägen

Die einzelnen Werkstücke werden sicher auf der Werkbank befestigt.

Dann sägt der Erwachsene die angezeichneten Teile mit der Stichsäge zu.

Bei einer Kiste sind gerade Schnitte besonders wichtig.

Je genauer wir jetzt arbeiten, desto leichter wird später der Zusammenbau.

Die beiden langen Seitenteile sollten möglichst identisch sein.

Dasselbe gilt für die beiden kurzen Seiten.

Ein einfacher Trick aus unserem Werkzeugkisten-Projekt funktioniert auch hier:

Das erste fertige Teil kann als Schablone für das zweite verwendet werden.


Schritt 3: Erst schleifen, dann zusammenschrauben

Jetzt liegen sechs ziemlich unspektakuläre Bretter vor uns.

Bevor daraus eine Kiste wird, werden Schnittkanten und Oberflächen geschliffen.

Besonders die oberen Kanten sollten angenehm glatt sein.

Hier kann das Kind mit Schleifpapier und Schleifklotz selbst arbeiten.

Danach kommt wieder unser Handtest:

Fühlt sich irgendwo noch etwas scharf oder rau an?

Dann ist diese Stelle noch nicht fertig.


Schritt 4: Wir bauen erst einmal ohne Schrauben
Schatzkiste zusammenkleben

Stellt die vier Seitenteile auf den Boden.

Noch kein Leim.

Keine Schraube.

Einfach nur zusammenstellen.

Passen die kurzen Seiten wirklich zwischen die langen?

Sind alle Teile gleich hoch?

Steht irgendwo ein Brett über?

Jetzt lassen sich Fehler noch ziemlich entspannt korrigieren.

Wenn alles passt, markieren wir die Positionen der Schrauben.


Schritt 5: Warum bohren wir die Schraubenlöcher vor?

Unsere Bretter sind relativ dünn.

Wird eine Schraube direkt nahe am Rand hineingedreht, kann das Holz aufreißen.

Deshalb bohren wir die Schraubenlöcher mit einem dünneren Holzbohrer vor.

Das ist ein schöner Arbeitsschritt, um Kindern den Unterschied zwischen Bohren und Schrauben zu zeigen.

Der Bohrer schafft zunächst Platz.

Danach verbindet die Schraube die beiden Holzteile.


Schritt 6: Jetzt wird aus den Brettern eine Kiste

Etwas Holzleim kommt auf die Verbindungsflächen.

Dann werden die Seiten ausgerichtet und mit Schraubzwingen fixiert.

Anschließend verschrauben wir sie.

Noch nicht mit maximaler Kraft.

Die Schraubenköpfe sollen ordentlich im Holz sitzen, aber nicht tief hineingezogen werden.

Wenn der Rahmen fertig ist, kommt der Boden dazu.

Wieder ausrichten.

Vorbohren.

Verschrauben.

Jetzt haben wir zum ersten Mal tatsächlich etwas, das wie eine Schatzkiste aussieht.

Nur der wichtigste Teil fehlt noch.


Schritt 7: Der Deckel

Der Deckel darf rundherum ein kleines Stück überstehen.

Wir legen ihn zunächst lose auf die Kiste und richten ihn aus.

Ist der Überstand auf beiden Seiten ungefähr gleich?

Dann markieren wir hinten die Positionen unserer beiden Scharniere.

Und hier lohnt es sich wieder, genau zu arbeiten.

Wenn ein Scharnier deutlich weiter außen sitzt als das andere, sieht man das später sofort.

Also:

Messen statt Augenmaß.


Schritt 8: Die Scharniere befestigen

Bei kleinen Scharnieren sind auch die Schrauben klein.

Die Bohrungen sollten deshalb vorsichtig vorbereitet werden.

Vor allem dürfen wir nicht versehentlich durch unseren Deckel hindurchbohren.

Ein Stück Klebeband am Bohrer kann beispielsweise markieren, wie tief gebohrt werden darf.

Dann werden die beiden Scharniere zunächst am Deckel und anschließend an der Rückseite der Kiste befestigt.

Und jetzt kommt der spannende Moment:

Deckel auf. Deckel zu.

Klemmt etwas?

Sitzt der Deckel schief?

Stößt er irgendwo an?

Dann korrigieren wir das jetzt.


Schritt 9: Ein kleiner Griff

Vorne bekommt unsere Kiste einen kleinen Holzknauf oder einen schlichten Griff.

Die Position wird zunächst genau in der Mitte angezeichnet.

Bei 30 cm Breite ist das einfach:

15 cm.

Je nach verwendetem Griff wird er verschraubt oder anderweitig nach Herstellerangabe befestigt.

Jetzt lässt sich die Schatzkiste richtig öffnen.


Schritt 10: Jetzt wird aus der Holzkiste eine Schatzkiste

Fertige Schatzkiste
Bis zu diesem Punkt haben wir gemeinsam eine Kiste gebaut.

Jetzt übernimmt das Kind.

Vielleicht bekommt sie einen großen Totenkopf.

Vielleicht einen Namen.

Vielleicht wird sie gelb, grün oder blau.

Vielleicht werden kleine Holzformen aufgeklebt.

Oder das Naturholz bleibt sichtbar.

Wir brauchen keine perfekte Pinterest-Piratentruhe.

Es soll die Kiste des Kindes werden.


Ein wichtiger Punkt beim Deckel

Ein Klappdeckel kann kleine Finger einklemmen.

Deshalb würde ich bei einer Kinderkiste darauf achten, dass der Deckel nicht schwer ist und nicht unkontrolliert zufallen kann.

Bei größeren oder schwereren Konstruktionen sollte eine geeignete Deckelstütze bzw. ein entsprechender Beschlag vorgesehen werden.

Unsere kleine Kiste sollte außerdem niemals so groß oder konstruiert sein, dass ein Kind hineinklettern und sie von innen schließen könnte.

Wir bauen eine Schatzkiste für Gegenstände, keine große Truhe.


Der Deckel sitzt schief – müssen wir alles neu bauen?

Nein.

Schau zuerst auf die Scharniere.

Sind beide auf derselben Höhe montiert?

Ist der Abstand zur Außenkante gleich?

Sind die Schrauben gerade eingesetzt?

Oft liegt ein schiefer Deckel nicht daran, dass die ganze Kiste falsch gebaut wurde.

Genau solche kleinen Fehler sind bei unseren Kinderprojekten sogar interessant.

Denn jetzt können wir gemeinsam herausfinden:

Welches Bauteil bestimmt eigentlich, wie sich der Deckel bewegt?


Was können Kinder selbst machen?

Messen und anzeichnen.

Die Bretter sortieren.

Von Hand schleifen.

Beim Zusammenstellen kontrollieren, welches Brett wohin gehört.

Schrauben bereitlegen.

Den Deckel ausprobieren.

Und natürlich die komplette Gestaltung übernehmen.

Bei jüngeren Kindern bleiben Sägen, Bohren und andere Maschinenarbeiten beim Erwachsenen.

Das Ziel ist nicht, dass ein Siebenjähriger möglichst viele Elektrowerkzeuge bedient.

Das Ziel ist, gemeinsam etwas zu bauen und dabei zu verstehen, wie es funktioniert.


Werkzeug für das Projekt in Wien mieten

Wenn zu Hause keine Stichsäge oder kein Akkubohrschrauber vorhanden ist, müssen die Geräte für eine einzelne Schatzkiste nicht gekauft werden.

Bei Toolbox24 kannst du Werkzeug in Wien mieten und online für dein Projekt reservieren.

An unseren mehreren Wiener Standorten können die gebuchten Geräte rund um die Uhr abgeholt und anschließend wieder zurückgebracht werden.

Und wenn noch Holz übrig ist, haben wir schon weitere Projekte:

→ Meine erste Werkzeugkiste: Mit Kindern eine Werkzeugkiste aus Holz bauen

→ Eine Murmelbahn aus Holz bauen – welche Strecke schafft deine Murmel?

→ Ein Holzauto bauen, das wirklich fährt – einfaches Projekt mit Kindern


Häufige Fragen

Welches Holz eignet sich für eine Schatzkiste?

Für unsere einfache Konstruktion eignet sich beispielsweise Leimholz. Wichtig sind passende Materialstärke, eine glatte Oberfläche und sorgfältig bearbeitete Kanten.

Warum sollte man die Schraubenlöcher vorbohren?

Gerade bei dünnerem Holz und Schrauben nahe an einer Kante reduziert Vorbohren das Risiko, dass das Holz beim Verschrauben aufreißt.

Wie groß ist die Schatzkiste?

Unsere Variante ist ungefähr 30 cm lang, 20 cm breit und 16 cm hoch. Damit bleibt sie eine handliche Aufbewahrungsbox und keine große Truhe.

Warum hat die Schatzkiste keinen gewölbten Deckel?

Ein gewölbter Deckel ist erheblich aufwendiger zu bauen. Für ein erstes gemeinsames Holzprojekt lernen Kinder an einem einfachen Klappdeckel mit Scharnieren mehr, ohne dass die Konstruktion unnötig kompliziert wird.

Schwierigkeitsgrad

easy

Dauer

4

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