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Metall bohren ohne abzurutschen: Der kleine Schritt, den viele vergessen

Hammer und Körner

Metall bohren ohne abzurutschen: Der kleine Schritt, den viele vergessen

Das Loch ist exakt angezeichnet.

Du setzt den Bohrer auf die Markierung, startest die Maschine – und der Bohrer läuft sofort ein paar Millimeter zur Seite.

Jetzt ist nicht nur das Loch an der falschen Stelle. Auf einer sichtbaren Metalloberfläche zieht der Bohrer dabei gerne gleich noch einen Kratzer hinter sich her.

Auf glattem Metall findet die Spitze eines normalen Metallbohrers nur schwer Halt. Deshalb wird die Bohrstelle vor dem Bohren üblicherweise angekörnt: Eine kleine Vertiefung gibt der Bohrerspitze einen definierten Startpunkt.

Das dauert wenige Sekunden und macht Metallbohren deutlich kontrollierter.

Wie verhindert man, dass der Bohrer auf Metall wegrutscht?

Die einfachste Lösung ist ein Körner.

Markiere zunächst die Position des Lochs. Setze anschließend die Spitze des Körners genau auf diese Stelle und gib mit einem Hammer einen kontrollierten Schlag darauf.

Es entsteht eine kleine Vertiefung.

Genau dort setzt du anschließend die Spitze des Metallbohrers an.

Der Unterschied ist erstaunlich groß: Statt auf einer glatten Fläche nach links oder rechts auszuweichen, sitzt die Bohrerspitze zunächst in dieser Vertiefung.

Ein Bleistiftstrich allein hilft dir beim Bohren nicht

Das ist ein typischer Unterschied zwischen Holz und Metall.

Auf Holz greift ein scharfer Bohrer vergleichsweise schnell in die Oberfläche. Eine glatte Metalloberfläche bietet der Spitze dagegen kaum Führung.

Eine Markierung zeigt dir zwar, wo das Loch hin soll.

Sie sorgt aber nicht dafür, dass der Bohrer dort bleibt.

Genau dafür ist die Körnung da.

Was tun, wenn kein Körner vorhanden ist?

Für ein sauberes Ergebnis ist ein richtiger Körner die beste Lösung.

Für einfache Arbeiten wird manchmal versucht, mit einem stabilen Nagel eine kleine Vertiefung zu erzeugen. Das kann bei weicherem Metall funktionieren, ist aber deutlich weniger kontrolliert.

Gerade wenn die Position des Lochs wichtig ist, würde ich nicht improvisieren.

Ein Körner ist ein simples Werkzeug – und genau für diesen Arbeitsschritt gemacht.

Warum sollte das Werkstück fest eingespannt sein?

Weil nicht nur der Bohrer wegrutschen kann.

Auch das Metall selbst kann sich bewegen.

Ein kleines Metallstück mit einer Hand festzuhalten und mit der anderen hineinzubohren ist keine gute Idee. Sobald der Bohrer greift, können erhebliche Kräfte auf das Werkstück wirken.

Deshalb das Werkstück möglichst fest einspannen, beispielsweise in einem Schraubstock oder mit geeigneten Schraubzwingen.

Besonders dünnes Metall kann sich beim Bohren außerdem plötzlich mitdrehen, wenn es nicht ordentlich fixiert ist.

Brauche ich einen speziellen Bohrer für Metall?
Metallbohren im Schraubstock

Ja.

Für Stahl, Aluminium und andere Metalle werden Metallbohrer verwendet. Typisch sind beispielsweise HSS-Bohrer.

Ein stumpfer oder ungeeigneter Bohrer macht die Arbeit unnötig schwierig. Man beginnt stärker zu drücken, der Bohrer wird heiß – und trotzdem kommt man kaum voran.

Wenn du bereits nach wenigen Sekunden einen extrem heißen Bohrer hast, lies auch unseren Artikel „Der Bohrer wird plötzlich glühend heiß – was läuft falsch?“ Dort erklären wir genauer, warum Drehzahl und Wärme beim Bohren eine so große Rolle spielen.

Muss man beim Metallbohren besonders schnell bohren?

Nein – und genau das überrascht viele.

Größere Bohrerdurchmesser benötigen grundsätzlich eine niedrigere Drehzahl als kleine Bohrer.

Wer einfach mit maximaler Drehzahl loslegt, erzeugt schnell unnötig viel Wärme.

Aus unserer Praxis beim Werkzeugverleih in Wien kennen wir genau dieses Problem: Wenn ein Bohrer nicht sofort ins Material geht, wird intuitiv stärker gedrückt und die Maschine schneller laufen gelassen.

Beim Metallbohren ist das häufig genau die falsche Reaktion.

Ein scharfer Bohrer, eine passende Drehzahl und kontrollierter Vorschub funktionieren besser als rohe Kraft.

Wann braucht man Schneidöl?

Beim Bohren in Stahl kann ein geeignetes Schneid- oder Bohröl helfen.

Es reduziert Reibung und Wärme und kann dadurch insbesondere bei größeren Bohrungen die Arbeit erleichtern und den Bohrer schonen.

Bei einem einzigen kleinen Loch ist das nicht immer das entscheidende Thema. Wenn du aber mehrere Löcher oder größere Durchmesser bohrst, wird Kühlung deutlich interessanter.

Sollte man große Löcher direkt mit dem großen Bohrer bohren?

Das hängt von Durchmesser, Material und Maschine ab.

Bei größeren Bohrungen kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem kleineren Durchmesser vorzubohren und anschließend auf den gewünschten Durchmesser zu erweitern.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich durch zehn verschiedene Bohrer arbeiten muss.

Ein sinnvoll gewähltes Vorloch reicht häufig.

Malerkrepp ersetzt das Ankörnen nicht

Man findet häufig den Tipp, einfach ein Stück Klebeband über die Bohrstelle zu kleben.

Das kann beim Markieren hilfreich sein und empfindliche Oberflächen etwas vor Kratzern schützen.

Eine richtige Körnung ersetzt es bei Metall aber nicht.

Der entscheidende Unterschied ist die kleine mechanische Vertiefung, in der die Bohrerspitze geführt wird.

Und wenn der Bohrer trotzdem nicht ins Metall kommt?

Dann nicht einfach immer stärker drücken.

Kontrolliere zuerst:

Ist es tatsächlich ein Metallbohrer?

Ist der Bohrer noch scharf?

Ist die Drehzahl passend?

Und vor allem: Weißt du, welches Material du gerade vor dir hast?

Bei normalem Baustahl ist Bohren mit einem guten HSS-Bohrer normalerweise problemlos möglich. Bei sehr harten Materialien kann die Sache völlig anders aussehen.

Wenn nach kurzer Zeit nur Hitze entsteht und praktisch kein Material abgetragen wird, solltest du aufhören und die Ursache suchen, statt den Bohrer weiter zu erhitzen.

Drei Minuten Vorbereitung können dir viel Ärger ersparen

Beim Metallbohren entscheidet häufig nicht die Kraft der Maschine über das Ergebnis.

Sauber markieren.

Ankörnen.

Werkstück fest einspannen.

Passenden Bohrer einsetzen.

Mit sinnvoller Drehzahl beginnen.

Das klingt unspektakulär. In der Praxis macht genau diese Vorbereitung aber den Unterschied zwischen einem sauberen Loch und einem Bohrer, der erst einmal einen Kratzer quer über das Werkstück zieht.

Bohrmaschine und Werkzeug in Wien mieten

Wenn du nur gelegentlich Metall bohren oder kleinere Reparatur- und Renovierungsarbeiten erledigen möchtest, musst du dafür nicht jedes Elektrowerkzeug selbst besitzen.

Bei Toolbox24 kannst du Bohrmaschinen, Akkuschrauber und weiteres Werkzeug in Wien mieten. Die Geräte werden online reserviert und können rund um die Uhr an unseren mehreren Toolbox24-Standorten abgeholt und wieder zurückgebracht werden.

Wenn dein nächstes Projekt statt Metall eine besonders harte Wand betrifft, findest du in unserem Artikel „Loch bohren geht nicht – was tun bei extrem harten Wänden?“ die passenden Tipps dazu.

Häufige Fragen zum Bohren in Metall

Warum rutscht mein Bohrer auf Metall immer weg?

Glatte Metalloberflächen geben der Bohrerspitze wenig Halt. Durch Ankörnen entsteht eine kleine Vertiefung, die den Bohrer beim Start führt.

Welchen Bohrer brauche ich für Metall?

Für viele übliche Metallarbeiten werden HSS-Metallbohrer verwendet. Welcher Bohrer geeignet ist, hängt aber auch vom konkreten Metall ab.

Sollte ich Metall mit voller Drehzahl bohren?

Nicht grundsätzlich. Die passende Drehzahl hängt unter anderem vom Material und vom Bohrerdurchmesser ab. Größere Durchmesser werden normalerweise mit geringerer Drehzahl gebohrt.

Muss ich beim Metallbohren Öl verwenden?

Nicht bei jeder kleinen Bohrung. Bei Stahl, größeren Durchmessern oder mehreren Bohrungen kann ein geeignetes Schneid- oder Bohröl aber Wärme und Reibung reduzieren.

Wo kann ich eine Bohrmaschine in Wien mieten?

Bei Toolbox24 kannst du Werkzeug für dein Projekt online reservieren und rund um die Uhr an mehreren Standorten in Wien abholen.

Schwierigkeitsgrad

easy

Dauer

1

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